TYDAC und Open (Geo)Data

TYDAC analysiert Open Data in der Schweiz

TYDAC und Open (Geo)Data

Zitat opendata.ch: Daten öffentlich, frei verfügbar und nutzbar zu machen für mehr Transparenz, Innovation und Effizienz - das ist Open Data.

Am 19. September 2002 (!) fand eine TYDAC Kundentagung statt. Motto war "Open Source und Open Data". Dies sehr lange, bevor in der Schweiz jemand davon sprach (opendata.ch entstand 2010). Daniel Morisette, Canada, bekannt als die Mutter von UMN MapServer (neben Steve Lime als Vater), war damals Gastredner zu Open Source GIS und UMN MapServer (Link zu den Vorträgen von damals, die nichts an Aktualität verloren haben). Damals war mit Rolf Buser (Kogis, Vortrag hier) auch ein Vertreter des Bundes dabei, mit dieser zentralen Aussage zur Strategie des Bundes "Der leichte und kostengünstige Zugang für alle grundlegenden Geoinformationen bildet das zentrale Anliegen der vorliegenden Strategie". Seitdem ist genau das Gegenteil passiert: swisstopo hat die Preise für die Nutzung ihrer Daten im Internet horrendifiziert (ich finde kein passenderes Wort).

Wir sind der Meinung, dass die Daten demjenigen gehören, der sie bezahlt hat. De facto gehören daher öffentliche Daten dem Steuerzahler. Es ist ein Irrwitz, wenn wertvolle Daten durch unsinnige Barrieren und eine noch unsinnigere Preispolitik gehortet werden. Der Wert der Daten liegt schlussendlich in deren Nutzung! Heute ist es leider so, dass Daten vielfach nicht genutzt werden, weil sie nicht oder nur schwer zugänglich sind oder durch Fantasiepreise "geschützt" werden. Aber: unsere Untersuchung zeigt, es tut sich was! Einige Kantone sind weltweit an vorderster Front, wenn es um offene Geodaten geht. Vorbildlich sind insbesondere Genf, Graubünden und Solothurn, sozusagen unsere Testsieger. Schlusslicht bilden swisstopo und der Kanton Luzern.

Ein krasses Beispiel des Unfugs, welcher mit Geodaten betrieben wird, sind die Wildruhezonen. Wozu werden diese erfasst,wenn nicht zwecks der möglichst breit gestreuten Information für den Bürger? Schliesslich würde man sich bei einer Übertretung strafbar machen (Strafanzeige, Ordnungsbusse). Zitat des BAFU zu einer Anfrage zur freien Nutzung des Datensatzes: "Aufgrund der Datennutzungsbestimmungen (Anmerkung: einiger Kantone) besteht jedoch für uns zur Zeit noch keine Möglichkeit zur Weitergabe der Geodaten an Dritte."

Stand bei Bund und Kantonen

Mit OpenStreetMap (OSM) hat die Community gezeigt, wie es gehen sollte. Wie steht es aber mit Bund und Kantonen? Wer hortet Daten und wer gibt sie frei? Da wir nirgends eine Zusammenstellung gefunden haben, haben wir das untersucht und uns auch erlaubt, das Ganze zu bewerten. Das Resultat finden Sie hier.